
Es ist einfach nur niederschmetternd wenn man als Team in der Box steht und sein Motorrad nicht mehr über die Ziellinie kommen sieht – so geschehen 6000 km von Deutschland entfernt – Ort: Doha International Losail Circuit – Katar.
Das letzte Rennen zur Langstrecken Weltmeisterschaft sollte uns in der Gesamtwertung nach vorne katapultieren. Dazu wurden alle Register gezogen um gut vorbereitet zu sein. Neu aufgebauter Motor, einige Modifikationen um bei nahe 40 Grad im Schatten ein Hitzeproblem zu vermeiden und mit Olivier Depoorter, Supersport WM Fahrer Arie Vos und Doppelweltmeister Warwick Nowland ein Top - Fahrertrio.
Nach einigen Setupproblemen fanden wir zum 2. Qualifikationstraining ein gute Αbstimmung unserer Honda CBR 1000 RR. Ohne Qualifikationsreifen sicherten wir uns locker als 7. bestes Team für die Superpole, wo die besten 10 Teams mit einer einzigen Runde die Positionen der ersten 10 Startplätze ausfahren. Trotz zweier kleiner Fehler von Olivier in dieser Runde, reichte es für den 5. Platz in der Startaufstellung. Die Pole sicherte sich der aktuelle Vizemeister der Britischen Superbikemeisterschaft, James Ellison auf der „Yamaha Phase One" mit einer Zeit von 2.01,0 min.
Das Rennen am Samstag verlief nach Plan. Olivier Depoorter als Startfahrer übergab nach 52 Minuten als 3. platzierter auf Arie Vos. Arie lieferte sich mit dem Team Bolliger und dem Team 18 Sapeurs Pompiers einen Kampf um den Podiumsplatz. Als wir auf Warwick Nowland übergaben, jedoch der erste Rückschlag. Warwick kam nach nur 6 Runden wieder in die Box zurück. Er klagte über ein stark vibrierendes Motorrad. Wir wechselten Vorder- und Hinterrad und schickten ihn vollgetankt wieder auf die Strecke. Bei Prüfung fanden wir ein fehlendes Gewicht am Hinterrad, welches die Unwucht verursachte. Da die Boxengasse sehr lang in Katar ist, verloren wir durch diesen zusätzlichen Stopp sehr viel Zeit und fanden uns auf Platz 8 im Feld wieder. Unsere Fahrer versuchten alles, um den Rückstand zu verringern und Positionen wieder wett zu machen. Nach 7 ½ Stunden wechselten wir das letzte Mal auf Olivier – unseren Schlussfahrer. Platz 5 war uns sicher, nur noch die letzten 30 Minuten keinen Fehler machen. Dann was uns allen zu versteinerten Gesichtern trieb: Olivier fehlte plötzlich und das Pace Car ging auf die Strecke. Gedanken an Albacete wurden wieder aufgerufen - dort war es die gleiche Situation. Die Befürchtung wurde war, wieder wurden wir von einem Motorschaden gestoppt. Ein Loch im Motorgehäuse machte es uns unmöglich das Rennen weiter zu führen.
Wir wissen alle nicht was wir verbrochen haben, warum wir so viele Rückschläge hinnehmen müssen. Wochenlang haben wir uns auf dieses Rennen vorbereitet, haben alles gegeben. Motor wurde auf Sicherheit aufgebaut, Drehzahl auf Originaldrehzahl begrenzt. In Katar haben sich einige Mechaniker auch von Krankheiten wie Grippe und Magenverstimmung mit hohem Fieber usw. nicht abbringen lassen und sich vom Krankenhaus direkt zur Rennstrecke gequält. Und am Ende stehen wir wieder einmal mit leeren Händen da. Die Saison in welcher wir den schnellsten Speed gehen konnten, haben wir mit 18 Punkten beendet. Wir gehören von unserer Leistung her locker in die Top 5, Platz 2 – der Vizeweltmeistertitel war mit unserem Speed in greifbarer Nähe. Aber wer nicht das Ziel erreicht, kann keine Punkte einfahren.
Wir werden jetzt gründlich analysieren müssen, wie wir unser Motorrad für die nächste Saison für Langstreckenrennen vorbereiten können. Es müssen Lösungen her, die wir im Winter auch finden werden !!! Unsere Große Stärke, mit guter Vorbereitung ohne technischen Defekte auszufallen konnten wir in diesem Jahr mit der SC 59 nicht aufrecht erhalten.
Ein großer Dank gilt unseren Sponsoren, die uns unterstützt haben und uns die Treue halten.
Es grüßt das
Team „RMT #21 Racing Germany"